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Emerging Markets: Chancen nach dem Ausverkauf im August

In Bezug auf hochverzinsliche Anleihen aus Schwellenländern ist der August kein Monat, an den man sich gerne erinnert. Er war gekennzeichnet durch die überraschenden Wahlergebnisse in Argentinien und die globale Risikobereitschaft angesichts der weiteren Eskalation des US-amerikanischen und chinesischen Handelskrieges.

Überraschendes Ergebnis in Argentinien
Die argentinischen Vorwahlen waren eine große Überraschung für die Märkte, denn der liberale Präsident Macri erlebte eine herbe Niederlage gegen seinen linksgerichteten Herausforderer Alberto Fernandez. Dieser gilt nun als Favorit für die Präsidentenwahl im Oktober. Nach dieser historischen Wahlschlappe reagierten die Märkte entsprechend. Staatsanleihen gaben um 30 Punkte nach und der Peso verlor zum Dollar annähernd ein Drittel an Wert. Die Krise verschärfte sich im Laufe des Monats weiter durch sinkende Rollover-Raten für kurzfristige Schulden und einem weiteren Devisendruck, weshalb die CBA gezwungen war binnen zwei Tagen 3 Milliarden Dollar an Reserven für Devisenkäufe auszugeben. Der zunehmende Druck veranlasste die amtierende argentinische Regierung schließlich, die Fristverlängerung für kurzfristige Verbindlichkeiten umzusetzen und Kapitalkontrollen für Exporteure und Großunternehmen einzuführen. Es zeichnet sich ab, dass Vermögenswerte in Argentinien in den kommenden Monaten eine erhöhte Volatilität erfahren werden und eine mögliche Lösung weder schnell noch einfach sein wird.

Der Handelskrieg geht in die nächste Runde
Unterdessen eskalierte der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter. Präsident Trump kündigte am 1. August einen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent auf chinesische Importwaren im Wert von rund 300 Milliarden Dollar an. Gleich darauf beschuldigte am 5. August das US-Finanzministerium China der Währungsmanipulation, nachdem der CNY das Niveau von 7 USD/CNY durchbrochen hatte. China reagierte, indem es zusätzliche Zölle von fünf bis zehn Prozent auf US-Importe androhte und Zölle auf Automobil- und Autoteile einführte. Nachdem sich die US-amerikanischen und chinesischen Behörden darauf geeinigt haben, die Verhandlungen im nächsten Monat in Washington fortzusetzen, entspannten sich die Ängste hinsichtlich des Handelskrieges wieder ein wenig. Dem jüngsten Optimismus zum Trotz sind beide Seiten noch weit davon entfernt ein Abkommen abzuschließen. Je näher die nächste US-Wahlperiode rückt, desto wahrscheinlicher wird allerdings ein vorübergehender Waffenstillstand.

Chancen weiterhin vorhanden
Entgegen dieser verhaltenen Aussichten auf das Handelsabkommen steht das MainFirst Emerging Markets Team risikoreichen Anlagen weiterhin positiv gegenüber. Zwar waren in 2019 die globalen makroökonomischen Rahmenbedingungen aufgrund der seit dem dritten Quartal 2018 rückläufigen globalen Produktion nicht förderlich, jedoch zeigten sich der Dienstleistungs- und der Verbrauchersektor bislang recht widerstandsfähig. Mit Blick in die Zukunft ist zu erwarten, dass Lockerungen der Geldpolitik seitens FED und EZB sowie eine Kombination aus fiskalischen und monetären Maßnahmen Chinas ausreichen werden, um den aktuellen Konjunkturzyklus zu stützen. Es ist absehbar, dass die FED in ihrer Sitzung im September den Leitzins um 25 Basispunkte senkt und je nach Jahresverlauf weitere Senkungen vollzieht. Nach der Sitzung der Zentralen Volksregierung kündigten die chinesischen Behörden eine Reihe von Lockerungsmaßnahmen an, mit denen die Infrastrukturinvestitionen erhöht und die Finanzierungsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen weiter verbessert werden sollen. Voraussichtlich wird China vorerst auf eine umfassende Stimuluspolitik analog zu 2016 verzichten, wobei es die notwendigen Hebel in der Hand hat, um eine harte Landung zu vermeiden.

Das Universum des EM Credit steht nach dem Ausverkauf im August verzerrten Preisen gegenüber, welche derzeit eine Vielzahl an Möglichkeiten darstellen. Im Großen und Ganzen handeln viele asiatische HY- und zyklische Namen auf fast verzweifelten Niveaus, trotz ihrer Fundamentaldaten, die mit solchen Bewertungen nicht zu begründen sind. Chancen bestehen insbesondere bei chinesischen Entwicklern und asiatischen Minenbetreibern, die vor allem durch den jüngsten Ausverkauf betroffen waren. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich der aktuelle Konjunkturzyklus fortsetzen wird und die derzeitige Volatilität ein sehr attraktives Umfeld für aktive Manager bietet, um Chancen zu erkennen und zu nutzen.

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